Akupunktur
Akupunktur
Die verschiedenen Akupunkturformen
In der altchinesischen Medizin werden zwei Arten von Behandlungsmethoden unterschieden: Die "äußeren" Behandlungen umfassen Akupunktur, Moxibustion, Massage, Bädertherapie, Gymnastik und Atemtherapie, zu den "inneren" Behandlungen werden Pharmaka, Diät, meditative Verfahren gezählt. Hier gehen wir auf die Körperakupunktur näher ein, die übrigen Akupunkturformen sind nur der Vollständigkeit halber erwähnt.
(Körper-)Akupunktur: Die Definition von de la Fuye gilt noch immer: "Einstiche mit Gold- oder Silbernadeln an genau festgelegten Hautpunkten, die spontan- oder druckschmerzhaft sein können, bei funktionellen heilbaren Erkrankungen oder Störungen zu diagnostischen und/oder therapeutischen Zwecken". Heute werden sterile Stahlnadeln eingesetzt.
Auriculo-Therapie: Drucksensible und elektrisch meßbare Punkte der Ohrmuschel werden sowohl zur Diagnose als auch zur Behandlung mechanisch und elektrisch gereizt.
Moxibustion: Kombinierte Phyto- und Wärmetherapie, bei der Moxa (getrocknetes Beifuß- oder Wermutkraut) verbrannt wird. Das Moxakraut wird in der westlichen Welt "indirekt", d. H. Ohne direkten Hautkontakt, in Form von Moxa-Kegeln, Moxa-Zigarren und sog. Moxa-Boxen angewendet; in China läßt man das Moxa-Kraut bei einigen Indikationen bis auf die Haut abbrennen.
Lasertherapie: Lasergeräte mit Stärken von 2 bis 20 Watt zur Bestrahlung der Akupunkturpunkte als Nadelersatz und zur Flächenbehandlung verändeter Hautareale, z. B. Ulcus cruris (offenes Bein).
Schädelakupunktur: Sonderform der Akupunktur; die wichtigsten Punkte liegen am parietalen Schädel.
Grundlagen der Akupunktur
Der Versuch einer Schematisierung kommt in der 5-Elementen-Lehre zum Ausdruck. Diese Zusammenhänge nennt man auch chinesisches Entsprechungssysten.
Die chinesische Diagnostik führt zu einer differenzierten chinesischen Therapie, die Punkteauswahl, Stich- und Reiztechnik, Variation der Punkte bei verschiedenen Sitzungen beeinflußt. Sie stützt sich auf:
- Konstitutionelle Faktoren sind Yin-/Yang-Typus und wird ergänzt durch Heilpflanzen die ....
- Chinesische Anamnese Bioklimatische krankmachende Faktoren, Yin-/Yang-Symptomatik, Meridianerkrankung
- Puls- und Zungendiagnstik.
Die Westliche Form der Akupunktur, so die Wiener Schule nach Bischko, ist eine Synthese aus chinesischen Methoden und Erfahrungen mit westlichen Methoden; das Resultat sind Punktekombinationen, die auf westliche, dem naturwissenschaftlich ausgebildeten Arzt vertraute Diagnosen angewendet werden können. Diese Methode zeigt bei den meisten Affektionen vergleichbar gute Ergebnisse.
Bei Mischformen zwischen westlicher und östlicher Akupunktur werden primär nach westlicher Diagnose und Punkteschemata behandelt und zusätzlich Kriterien der TCM berücksichtigt. Die Individualität des Patienten kann so in die Diagnose und die Wahl der Punktekombination mit einfließen. Dies ist besonders bei schweren und chronischen Erkrankungen von Vorteil.
Durchführung der Akupunktur
- Dauer einer Akupunktur-Behandlung im Regelfall 20-30 Min., bei Laser kürzer. In dieser Zeit können die Nadeln 2-3x stimuliert werden
- Behandlungsabstand: normalerweise 2-3x Woche, bei akuten Läsionen kann man auch häufiger, bis täglich akupunktieren.
- Behandlungsserie: umfaßt je nach Erkrankungsbild 7-10 Sitzungen
- Wiederholung der Akupunkturserie: bei Bedarf üblicherweise nach 1 Jahr, bei chronisch-rezidivierenden Erkrankung Schon nach 3-6 Mon.
- Lagerung: Der Patient wird am besten liegend behandelt, besonders bei der ersten Sitzung. Damit erzielt man eine wirkungsvolle Entspannung.
- Nadeln: In Europa verwendet man sterile Einmal-Stahlnadeln.